Fröhlich und farbenfroh

04
Jul
2018

Die Zeit des Petticoats und des Rock’n‘Roll feierte in Haßfurt ein farbenfrohes Comeback. „abend.licht“ heißt die Open-Air-Reihe passend, die zahlreiche Besucher anlockt.

Einen grandiosen Start hatte die Open-Air-Reihe „abend.licht“ des Kulturamts Haßfurt live am Donnerstagabend. Hatte es am Nachmittag noch leicht genieselt, blieb es den Abend über trocken und die rund 400 Besucher konnten das Konzert mit der Band „The Wonderfrolleins“ im Rathausinnenhof und auf dem Platz vor der Stadthalle bei sehr milden Temperaturen genießen.

Die Zeit des Petticoats und des Rock ‚n‘ Roll ist längst vorbei, doch die Wonderfrolleins Andrea Paredes Montes (Leadgesang, Gitarre), Lexi Rumpel (Bass, Gesang) und Isabelle Bodenseh (Querflöte, Melodika, Percussion, Gesang) sowie Uta Wagner am Schlagzeug ließen sie wieder mit einem musikalischen Feuerwerk der Leidenschaft aufleben. „Wir sind für Euch von weither angereist. Wir kommen direkt aus den 1950er Jahren“ verkündete Andrea Paredes Montes, die das Publikum charmant durch den Abend führte. Mitgebracht hatten die selbstbewussten und energiegeladenen Damen eine Reihe von Hits und Schlagern, von „Rote Lippen soll man küssen“ über „Let’s twist again“, „Schuld war nur der Bossa Nova“, „Schöner fremder Mann“ bis hin zu „Liebeskummer lohnt sich nicht“, „Ein Schiff wird kommen“, „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ und „Volare“. Mit ihrer mitreißenden Musik und ihrer Hingabe an das Feeling der 1950er und 1960er Jahre wickelten sie ihre Zuhörer ganz leicht um den Finger. Während Andrea mit ihrer schönen Stimme und ihrem Temperament begeisterte, Lexi groovende Basslinien beisteuerte und Uta Wagner anstelle des erkrankten Don Giorgio mit flotten Rhythmen am  Schlagzeug aufwartete, faszinierte Isabelle mit ihren Soli an der Querflöte und Melodika. Von Anfang war herrschte eine fröhliche Stimmung auf dem Platz, der mit wechselnden Lichtspielen beleuchtet wurde, und die Zuhörer ließen sich nicht lange bitten, mitzusingen, mit zu klatschen oder vor der Bühne zu tanzen. Vielfach in Petticoats gekleidet, zogen natürlich auch die Tänzerinnen alle Blicke auf sich.

Marianne Bauer aus Haßfurt, die mit ihrer Tochter Ilona gekommen war, schwelgte dabei in Erinnerungen. „Ich habe diese Zeit des Rock ‚n‘ Roll, des Twists und des Petticoats miterlebt und fühle mich jetzt, als ob ich dorthin wieder zurückgeschwebt bin“, erzählte die heute 71-Jährige, die aus Todenbüttel in Schleswig-Holstein stammt und in ihrem Dorf zu den Tanzveranstaltungen und Bällen ging. „Damals war ich 16/17 Jahre alt und fand die Zeit einfach geil.“ Tochter Ilona wiederum fand es lustig, dass auch sie die Lieder noch alle kannte. „Es ist sehr schön, heute mit meiner Mutter hier zu sein, mit ihr zu tanzen und Spaß zu haben!“ Marianne Bauer berichtete, dass sie mit 13 Jahren von ihrem Schwager einen Plattenspieler und einige Schallplatten geschenkt bekam. „Da waren auch die einige Lieder, die ich heute gehört haben, dabei“, freute sie sich. Ihr gefielen nicht nur die gute Organisation und die attraktiven Getränke- und Speisenangebote. „Besonders schön ist das Zusammensein mit anderen Leuten, das ich sehr familiär finde“, sagte sie. Begeistert war sie auch von dem schönen Wetter, das erlaubte, draußen zu sitzen, Musik zu hören und zu tanzen. „So etwas müsste es öfter geben“, schwärmte sie, „denn für ältere Menschen gibt es nur selten solche Veranstaltungen.“ Auch Britta Zehe aus Haßfurt war begeistert: „Endlich gibt es nach sechs Wochen Pause wieder einmal ein Event in Haßfurt, zu dem man hingehen kann“, sagte sie und lobte: „Die Stimmung ist sehr fröhlich, die Musik ist sehr schön und sie beschwingt mich geradezu!“

Am heutigen Samstag ab 20 Uhr spielt zum Abschluss die Band „Souled Out“ Rock- und Soul-Klassiker. Von Marvin Gaye bis zu den Doobie Brothers reichen die Einflüsse auf das Repertoire, das die Band mit einzigartiger Leichtigkeit und Spielfreude präsentiert. Funk, Rock, Pop sind für sie nicht nur schale Floskeln, sondern Ausdruck eines Lebensgefühls. Sie zu hören macht einfach Spaß!

Quelle: Haßfurter Tagblatt 04.06.2018
Autorin: Ulrike Langer