Literaturfestival – Thomas Medicus

13
Sep 2018
Donnerstag

Donnerstag, 13.09., 19:00 Uhr
Thomas Medicus – „Nach der Idylle“
Stadthalle
Eintritt: 16,- €/AK 18,- €/Schüler u. Studenten 14,- €/Haßberg-Card 14,- €
Reportage aus einem verunsicherten Land

Brexit, Trump, nichts scheint mehr sicher – und mit einem Mal richten sich die Blicke auch auf Deutschland, das als ein Hort der Stabilität gilt. Die Schonzeit ist vorbei. Die Frage stellt sich: Was ist das für ein Land, in dem wir leben?
Thomas Medicus will es herausfinden. Er reist durch Deutschland und trifft Menschen mit besonderem Blick: ein Leipziger Wedding-Planer offenbart das Sicherheitsbedürfnis der Thirtysomethings, eine deutsch-türkische Bundestagsabgeordnete zeigt, wie zwiespältig die Forderung nach Integration sein kann, eine polnische Reinigungskraft erzählt vom kleinen Glück. Aber nicht nur Menschen, auch Orte, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, prägen dieses Land: Medicus reist nach Wittenberge, das von der Deindustrialisierung gezeichnet ist, und an den Tegernsee, wo in alpiner Idylle eine Parallelgesellschaft gedeiht; im sächsischen Pirna, wo man sich vor Kriminellen aus Tschechien fürchtet, zeigt sich, was Grenzziehungen in Europa noch heute bedeuten können.
Thomas Medicus fühlt dem Land den Puls. Vielfach ist die Sehnsucht nach der alten Bundesrepublik spürbar, nach dem stillen Glück im Winkle. Aber all das ist heute nicht mehr zu haben. Anders als die USA befindet sich Deutschland noch nicht in einer Krise – aber wo dann?

Biographie
Thomas Medicus, geboren 1953 im mittelfränkischen Gunzenhausen, studierte Germanistik, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte. Nach seiner Promotion schrieb er u.a. für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, war Feuilletonredakteur des Berliner „Tagesspiegel“ sowie stellvertretender Feuilletonchef der „Frankfurter Rundschau“. Heute lebt Thomas Medicus als freier Publizist in Berlin und in Dolgie/Polen. Zuletzt erschienen von ihm „Melitta von Stauffenberg. Ein deutsches Leben“ (2012) und „Heimat“ (2014).